Aktuelles/News

18.11.2024

Wiborada auf Youtube

Wussten Sie, dass es einen eigenen Youtube-Kanal für das Wiborada-Projekt gibt?
Hier können Sie Wiborada-Musikstücke anhören und in den Noten mitlesen oder ein Wiborada-Hörspiel aus dem Jahr 1999 anhören. Abonnieren Sie den Kanal noch heute, um keine Videos zu verpassen!
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08.10.2024

Guetzli, die auch Wiborada geschmeckt hätten

Diese Guetzli hätten wohl auch Wiborada von St.Gallen geschmeckt: Karin Weiss und Miriam Di Natale von Bonneheure präsentieren das Wiborada-Guetzli, ein Frühstücks-Biscotti mit dunkler Schokolade und Fenchelsamen.

Nur einen Steinwurf von Wiboradas nachgebauter Zelle entfernt gibt es seit Kurzem «Wiborada-Guetzli» zu kaufen. Chocolatière Miriam Di Natale von «Bonneheure» stellt mit Liebe und Sorgfalt ein Frühstücksbiscotti her, das an die mittelalterliche Heilige erinnert.
Herzhaft-bitter und süss gleichzeitig, so schmeckt das Wiborada-Guetzli, und passt damit perfekt zu Wiborada von St.Gallen: Ihr eigenes Leben als Inklusin war voller Verzicht und ihr Tod voller Gewalt, doch als Ratgeberin für die Stadt prägte und versüsste sie das Leben vieler Menschen.

Die Idee für die Wiborada-Guetzli hatte Karin Weiss, Mitglied im Wiborda-Team und ein Fan der Schokoladen von Bonneheure. «Ich weiss, dass Miriam Di Natale viel Wert auf hochwertige Produkte und gute Produktionsbedingungen legt», sagt sie. Innerhalb weniger Tage konnte sie Bonneheure überzeugen – die Wiborada-Guetzli waren geboren.
 

Ein gesundes und wärmendes Frühstücks-Biscotti

Die Chocolatière isst das handtellergrosse Biscotti gerne zum Frühstück, verrät sie. «Ich wollte etwas Gesundes, das mich gleichzeitig von Innen wärmt und für den Tag stärkt», so Di Natale. Es besteht aus geröstetem Tessiner Maismehl, Mandeln aus Valencia, «die wir im kleinen Backofen hier bei Bonneheure selbst rösten», wie Miriam Di Natale erklärt, Chiasamen, Zitronenzesten und Olivenöl aus der süditalienischen Basilicata. In die Glasur aus Bitterschokolade (Kakaobohnenstücke aus Kolumbien) ist das Wiborada-Logo eingeprägt.

 

Fenchelsamen erinnern an Wiborada

Die im Biscotti enthaltenen Fenchelsamen stellen eine besondere Verbindung zu Wiborada her. «Auf Wiboradas Grab soll auch mitten im Winter wilder Fenchel gewachsen sein», erzählt Karin Weiss. Bei der nachgebauten Wiborada-Zelle wurde dieser wieder angepflanzt. Auf der Parkbank vor dem Fenchelbeet lässt sich das Wiborada-Guetzli am besten geniessen.
 

Bonneheure-Laden

Das Wiborada-Guetzli gibt es zu den Öffnungszeiten im Bonneheure-Laden in der Magnihalden 14, 9000 St.Gallen.


 
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30.08.2024

Diese beiden planen ein Wiborada-Kinderbuch

Gabi Ceric und Patrick Steigers planen ein Wiborada-Bilderbuch für Kinder.
2025 wird ein Kinderbuch über Wiborada von St.Gallen erscheinen: Der Text stammt von der Theologin Gabi Ceric, Patrick Steiger wird das Buch illustrieren. Dazu besuchten die beiden kürzlich St.Gallen und erkundeten unter anderem die nachgebaute Wiborada-Zelle.
Das Buch begleitet das Mädchen Clara und ihre Gotta auf Wiboradas Spuren von St.Georgen über St.Mangen in die Stiftsbibliothek.

«Clara geht den Spuren von Wiborada nach» (Arbeitstitel) ist nicht das erste Kinderbuch von Gabi Ceric und Patrick Steigers: 2022 erschien «Auf Entdeckungsreise mit Gritli, Wolfi und Samira». Patrick Steigers ist bekannt für die Illustrationen der Lausbuben-geschichten «Türli & Flidari».
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18.08.2024

Wiborada-Ikonen als Zeichen für friedvolles Miteinander

 Drei Frauen aus unterschiedlichen Ländern schreiben in Frieden vereint je eine Wiborada-Ikone: Die St.Gallerin Hedi Fussenegger, Julia Pálffy, die ungarische Wurzeln hat, sowie Tatjana Pauly, Ikonenmalerin in Berlin.926 n.Chr.: Wiborada von St.Gallen stirbt beim sogenannten Ungarneinfall, nachdem sie sich geweigert hat, ihre Inklusinnen-Zelle bei der St.Mangenkirche zu verlassen. 

2024, knapp 1.100 Jahre später: Drei Frauen aus unterschiedlichen Ländern schreiben je eine Wiborada-Ikone und setzen damit ein Zeichen für ein friedliches Miteinander (v.l.n.r.): Julia Pálffy, die ungarische Wurzeln hat, die St.Gallerin Hedi Fussenegger sowie Tatjana Pauly, Ikonenmalerin in Berlin.
Wiborada-Begeisterung steckte an
Hedi Fussenegger ist seit Beginn des Wiborada-Projektes eine engagierte Freiwillige des Wiborada-Projektes. Mit ihrer Begeisterung steckte sie Julia Pálffy an. «Vor längerer Zeit recherchierte ich die Geschichte der frühen Ungarn. Wiborada kam später hinzu», erzählt Pálffy, während sie an ihrer Ikone schreibt. Diese zeigt Wiborada als Märtyrerin mit einer Waffe in der Hand. Im Hintergrund ist der Ungarneinfall zu sehen, den sie aus dem Buch «Die Ungarn in St.Gallen» von Johannes Duft entnahm.

Die beiden anderen Wiborada-Ikonen zeigen hingegen weitere Aspekte aus dem Leben Wiboradas: Die Inklusin beim Gebet sowie beim Verteilen von gesegnetem Brot. Die Teilnehmenden des Ikonenmalkurs entwarfen und gestalteten die Ikone auf Grundlage von historischen Wiborada-Darstellungen selbst. Gemalt wurde mit Eitempera auf mit Kreide vorgrundierten Holztafeln.

Segnung in der St.Mangenkirche
Am Ende des Ikonenmalkurses segnete Diakon Walter Lingenhöhe die fertiggestellten Ikonen in der St.Mangenkirche. 
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30.07.2024

Erzählerin Moni Egger in der Wiborada-Zelle

Erzählerin Moni Egger zu Gast in der Wiborada-Zelle.
Foto: Hildegard Aepli

Kürzlich war die professionelle Erzählerin Moni Egger in der nachgebauten Wiborada-Zelle zu Gast. Die Toggenburgerin hat sich dort eine Schreibzeit genommen. Denn für Wiborada2025 wird die ehemalige SRF-Radiopredigerin eine Erzählung zu Wiborada entwickeln.
Die promovierte Bibelwissenschaftlerin hat bereits intensiv zu Wiboradas Leben recherchiert. Als feministische Theologin achtet sie besonders auf die Rollen, die Männer und Frauen in den Wiborada-Viten einnehmen. Dabei sei ihr aufgefallen, dass die Männer, die vorkommen, alle von Wiborada beraten werden: «Wiborada sagt ihnen, was sie tun sollen», so Moni Egger. Im Unterschied dazu sind die Frauen teils ihre Dienerinnen. «Die Frauen sind jedoch eigenständige Figuren und werden in meiner Vorstellung zu Gesprächspartnerinnen für Wiborada. Das finde ich berührend und spannend», sagt Moni Egger.

Seit 2021 initiiert das ökumenische Wiborada-Team jährlich ein Kunstprojekt rund um die wieder-entdeckte Wiborada von St.Gallen. Die mittelalterliche Inklusin ist die erste heiliggesprochene Frau der Welt und gilt als Bewahrerin der St.Galler Stiftsbibliothek.

Nach einer Tanzperformance im 2024 wird es für Wiborada2025 eine Erzählung zu Wiborada geben - Aufführungsdaten folgen.
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04.07.2024

Der letzte Versuch für ein Jubiläum

Hildegard Aepli vor dem Wiborada-Fenster in der St.Mangenkirche. Fotocredits: Michael CanonicaFoto: Michael Canonica

Das Wiborada-Projekt läuft bis 2026 weiter. Nächstes und übernächstes Jahr werden sich im Mai jeweils fünf Personen für je eine Woche in der nachgebauten Wiborada-Zelle einschliessen können. Dazu gibt es Führungen für Schulklassen und Gruppen sowie ein Begleitprogramm, unter anderem mit einer Kunstperformance.

Darüber hinaus ist jedoch kein grosses Jubiläum geplant. «Die Stadt könnte jetzt einspringen und die Koordination für das Jubiläum übernehmen», schreibt Marlen Hämmerli dazu im St.Galler Tagblatt.
Lesen Sie hier den Tagblatt-Artikel in unserem Medienecho nach. 

Wer 2025 eine Woche in der nachgebauten Wiborada-Zelle leben möchte, kann sich bereits jetzt bewerben.
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31.05.2024

Long Covid Erkrankte schreibt zeitgenössischen Wiborada-Hymnus

Long Covid Erkrankte Eveline Strübi verfasste einen Hymnus auf WiboradaFoto: z.V.g.

Mehr als 1000 Personen haben die drei Frauen und zwei Männer besucht, die im Mai für jeweils eine Woche als sogenannte Inklus:innen in der nachgebauten Wiborada-Zelle bei St.Mangen lebten. Am Freitag verlässt mit Judith Hosennen die letzte Inklusin die Zelle. Die Organisator:innen ziehen ein positives Fazit angesichts der entstandenen Initiativen rund um das Wiboradaprojekt im Jahr 2024 wie zum Beispiel einem Wiborada-Hymnus, geschrieben von der an Long Covid Erkrankten Eveline Strübi.

Rechtzeitig zum Abschluss von Wiborada2024 ist ein zeitgenössischer Hymnus, ein Lobgesang auf Wiborada, auf Youtube erschienen. Der schlichte elfstrophige Gesang im gregorianischen Stil besticht durch die klare Stimme von Bettina Kugler, Kultur-Redaktorin beim St.Galler Tagblatt und Kantorin in der Kathedrale St.Gallen, sowie durch Orgel-Improvisationen von Domorganist Christoph Schönfelder. Der Text stammt von Eveline Strübi, die seit ihrer Long Covid Erkrankung im 2022 selbst eine Form von Inklusinnen-Leben, zurückgezogen von der Welt, erlebt. «Einen Hymnus zu schreiben über eine so starke, weise, mutige und tief gläubige Frau, war ein grosses Geschenk», sagt sie dazu.

Strübi postet auf Instagram unter dem Namen @lebenamnullpunkt über ihre Krankheit und das, was ihr Kraft gibt: So habe sie selbst einmal eine Woche in der Wiborada-Zelle verbracht. «Der Rückzug ins stille Gebet, das Fenster zur Aussenwelt mit all den bunten und berührenden Begegnungen und das gemeinschaftliche Stadtgebet abends, das ich durch das Fenster zur Kirche hin mitbeten durfte, dieser Dreiklang brachte mein Herz damals zur inneren Ruhe.» Bis heute trage sie diese Erfahrung in ihrer Krankheit, die sie täglich neu in Demut und Verzicht herausfordere.

Hymnus auf Youtube anhören
Interview mit Eveline Strübi lesen
​Eveline Strübi auf Instagram folgen
 
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28.05.2024

HSG-Studierende auf der Suche nach der Stille

Drei Studierende der HSG machten sich im Frühlingssemester 2024 auf die Suche nach der Stille – und stiessen dabei auf Wiborada von St.Gallen.

Alles begann mit dem Buch «Die Stille» des norwegischen Autors Erling Kagge, erzählt HSG-Studentin Lea Vannini: «Kagge beschreibt darin, dass junge Menschen heutzutage nicht mehr gut in Stille bleiben können.» Eine Studie der Harvard Business School habe gezeigt, dass junge Menschen, die 15 Minuten ohne Smartphone in einem Raum eingesperrt wurden, sich lieber Elektroschocks verpasst hätten, als die Langeweile weiter auszuhalten». «Da fühlten wir uns ertappt».

Also wählte Lea mit ihren Mitstudierenden Roman und Elisabeth das Thema «Stille» als Projekt für den Kurs zu Kreativität und Teamdynamik, der im Rahmen des Studiengangs «Management, Organisation und Kultur» unter der Leitung von Professor Chris Steyaert und Assistenz-Professor Jonas Friedrich stattfand. «Wir wollten einerseits die positiven wie negativen Auswirkungen von Stille bei jungen Leuten aufzeigen und andererseits die Geschichte der Wiborada von St.Gallen beleuchten, bei der es sowohl die stillen Momente wie auch die Momente der Begegnung gab», erklärt Lea Vannini das Ziel des Projektes.

Wiborada von St.Gallen lebte 916-926 als sogenannte Inklusin freiwillig eingeschlossen in einer Zelle bei der St.Mangenkirche. Sie gilt als eine der bestdokumentierten Frauen des Frühmittelalters, geriet jedoch lange Zeit in Vergessenheit. Über ein Fenster zur Stadt wurde sie versorgt und gleichzeitig zur Ratgeberin für Fürstäbte, Mönche und die Bevölkerung. In einer Vision sah sie den Einfall einer Gruppe aus Ungarn voraus, durch ihre rechtzeitige Warnung gilt als Bewahrerin der kostbaren St.Galler Stiftsbibliothek.

«Ich kannte Gallus und Vadian, aber keine Wiborada»

Lea Vannini, die das Gymnasium in St.Gallen besucht hatte, hatte in der Schule über Gallus und Vadian gelernt, «aber von Wiborada hatte ich noch nie etwas gehört. Wiborada schien lange nicht auf dem Radar der Schulen gewesen zu sein», zeigte sie sich überrascht. Mit ihrem Projekt verfolgte sie also auch das feministische Anliegen, auf ein Kapitel Frauengeschichte aufmerksam zu machen.

Neben der Lektüre, einem Besuch der Wyborada-Bibliothek und Interviews mit den Inklusinnen Kathrin Bolt und Judith Bischof, wandten die Studierenden auch kreative Methoden an: «Im Rahmen unseres Unterrichts wurden wir gecoacht, wie wir Wissen abseits von Power Point Präsentationen vermitteln können. Es ging darum, Menschen die Erfahrung der Stille zu ermöglichen», so Lea Vannini. «Denn Stille gibt auch Freiheiten, sich Gedanken zu Fragen zu machen, die man im Alltag oft verdrängt».

Smartphone-Entzug und Ruhe

Das Semesterprojekt fand seinen Abschluss mit einer Theatervorstellung vor den mehr als 30 Kursteilnehmenden in der Lagerhalle des HSG Squares. «Wir nutzten die Dunkelheit, um den Smartphone-Entzug und die Ruhe symbolisch darzustellen», so Lea Vannini. Ein verschiebbares Garderobengestell wurde zum offenen Wiborada-Fenster umfunktioniert.



«Inklusin Judith Bischof hat uns erzählt, dass viele Menschen mit Fürbitten an das offene Fenster der nachgebauten Wiborada-Zelle kommen, also baten wir unsere Mitstudierenden, ihre Wünsche und Träume aufzuschreiben». Student Roman las diese vom offenen Fenster aus vor. Eingeklebt in ein Tagebuch, wurden die Wünsche schliesslich den Inklusinnen Judith Bischof und Kathrin Bolt übergeben.



Lea Vannini zieht ein positives Fazit: «Die Erkenntnisse aus dem Kurs werden mir bleiben, weil wir sie so kreativ umsetzen durften. Wir konnten uns einzelne Elemente aussuchen, die uns berührten, und diese verkörpern. Ich denke ich habe gleich viel gelernt wie bei anderen, klassisch aufgebauten, Kursen.»
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26.05.2024

Sancta Wiborada geht auf Reisen



Die Premiere von «Sancta Wiborada. Reise ins Innere der Rebellion» war ein grosser Erfolg. Nun geht die Tanzperformance auf Tour nach Chur, Rheineck und Triesen (LI). Foto: Jacques Erlanger
«Sie balanciert auf Büchern, erlebt Befreiung im Tanz mit dem Himmel – einprägsame, poetische Bilder findet Robina Steyer in der Begegnung mit der frühmittelalterlichen Heiligen.» So beschreibt Bettina Kugler im Tagblatt die Tanzperformance.

Nach drei Vorstellungen am historischen Wirkungsort der Heiligen Wiborada in der St.Mangenkirche ( St.Gallen), geht das ConfusionArtCollective auf Tour und es gibt weitere Aufführungen in der Region:
  • 28. Juni 2024 19:00 Postremise, Chur
  • 29. Juni 2024 19:00 Hechtsaal, Rheineck
  • 4. Juli 2024 19:00 Gasometer Triesen, Liechtenstein
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08.05.2024

Wiborada, die «Schweizer Prophetin»


Als «starke und unüberhörbare Stimme» in einer Zeit, da das Christentum nicht mehr selbstverständlich sei, bezeichnete Philippa Rath die heilige Wiborada von St.Gallen. Rath sprach kürzlich anlässlich der Wiborada-Rede in der St.Galler Stiftsbibliothek von Wiborada als «Schweizer Prophetin».
Die Benediktinerin und Feministin Philippa Rath ist für ihre klaren Ansagen bekannt. Doch bei der Wiborada-Rede am 07. Mai 2024 in der St.Galler Stiftsbibliothek überraschte sie die über 100 Zuhörenden mit der Aussage, dass analog zur Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen, die als «prophetissa teutonica» verehrt werde, Wiborada von St.Gallen eine «prophetissa helvetica», eine Prophetin für die Schweiz sei.

In ihrer Rede zeichnete sie das Bild einer starken, selbstständigen und selbstbewussten Frau, die sich durch Furchtlosigkeit, Klugheit und Weitsicht auszeichnete und damit prophetische Qualitäten habe. Denn, so Rath: «Propheten sind Menschen, die ansagen, was die Stunde geschlagen hat. Die die Zeichen der Zeit erkennen, statt dem Zeitgeist zu folgen, die ihre Mitmenschen aufklären, ermahnen und zur Umkehr rufen.»

Im 21. Jahrhundert hätten viele Menschen, auch engagierte Christ:innen, den Kontakt zu ihren Lebensquellen verloren. «Sie sind im wahrsten Sinne «abgeschnitten» vom Ursprung und Grund ihres Seins. Geradezu im luftleeren Raum schwebend, sind viele halt- und orientierungslos und immer verzweifelter auf der Suche nach dem Eigentlichen und Wesentlichen», konstatierte Rath.

«weniger ist mehr»

Auch wenn Wiboradas Lebensstil als freiwillig Eingeschlossene «bizarr» anmute, so lebe sie vor, «dass in der Reduktion eine ungeahnte Fülle zu finden sein kann, dass weniger mehr ist und dass es lohnenswert ist, sich auf das Experiment des radikal Anderslebens einzulassen». Denn: «In die eigene Zelle gehen, in das eigene Herz einkehren - und dortbleiben, ohne Fluchtversuche, ohne Ablenkungen, ohne Zerstreuungen aller Art», gehöre für Menschen heute zu den grössten Herausforderungen. Philippa Rath dazu: «Wie sehr sind wir doch davon geprägt, ständig neuen Reizen ausgesetzt zu sein, ständig unterwegs zu sein, ständig erreichbar zu sein, ständig neue Informationen abzurufen, unablässig zu kommunizieren und zu konsumieren». Wiborada zeige, dass weder Konsum noch Leistung, Erfolg oder Macht auf Dauer befriedigen können, sondern die Suche nach dem Ursprung des Seins.

«sorgsam umgehen mit dem Gut der Zeit»

Dass Wiboradas Inklusinnen-Zelle nicht in der Einsamkeit, sondern mitten in der Stadt, am Puls des Lebens, lag, sage viel aus über diese ungewöhnliche Frau, so Rath. Wiborada habe mit ihrem regelmässigen Rhythmus sowie dem immer wieder (aber nicht durchgängig) geöffneten Fenster und ihrer Verfügbarkeit die Menschen gelehrt, mit dem Gut der Zeit sorgsam umzugehen. Smartphone und Social Media können bei allem Segen, den diese modernen Kommunikationsmittel gebracht haben, «auch zum Tyrannen werden».

Doch erst aus dem Schweigen und Hören können gute Gespräche, Empathie und die Fähigkeit des Mitschwingens erwachsen, zeigte sich Philippa Rath überzeugt. «Wenn wir heute nach Wegen des Miteinanders von verschiedenen Kulturen und Religionen suchen (…) dann dürfen wir nicht vergessen, was Wiborada uns vorgelebt hat: dass eine Kultur des Redens und sich Verstehens ihren Urgrund hat im Hören und im Schweigen.»

«Schritt für Schritt Grenzen weiten»

Schliesslich begegne Wiborada in künstlerischen Darstellungen stets auf Augenhöhe mit männlichen Heiligen sowie mächtigen Männern. Als «starke, selbstständige und selbstbewusste Frau» verkörpere sie damit den Typus einer weiblichen Heiligen, an der sich Frauen bis heute orientieren können. «Gerade in einer Kirche, in der Frauen noch weithin zum Schweigen verurteilt sind und immer noch weit davon entfernt, gleichberechtigt Anteil an allen Ämtern und Diensten zu haben, macht sie Mut, die weibliche Stimme zu erheben und sich unverzagt für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen»

Mit einem Hinweis auf Professor Gregor Emmenegger zeigte Philippa Rath, dass Wiborada auch priesterliche Funktionen zugewiesen wurden und sie möglicherweise alleine oder mit ihrem Bruder, einem Priester, Liturgien bzw. eine Eucharistiefeier abhielt. «Damit wurde sie zugleich zu einer Identifikationsfigur und Vorbildgestalt für all die Frauen heute, die sich nicht länger damit abfinden wollen, dass ihnen das Priesterinnen- und Diakoninnenamt weiter vorenthalten wird», so Philippa Rath. Insofern mache Wiborada von St.Gallen Mut, Schritt für Schritt Grenzen zu weiten «und Neues, auch Grenzüberschreitendes, zu wagen», immer im Wissen, «dass solches Tun auf Widerstand und Gegenwehr der Amtsträger stossen wird».

Lesen Sie hier die gesamte Rede im Wortlaut. 
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02.05.2024

So schön war der Wiboradatag 2025

Wiboradatag 2025 in der Kathedrale St. Gallen mit einer Kunstperformance von Hans Thomann. Foto: Urs BucherFoto: Urs Bucher

100 Pilgerinnen und Pilger, ein mit Hilfe von Luftballons fliegendes Kreuz in der Kathedrale St.Gallen und die Uraufführung der Erzählperformance von Moni Egger und dem Klosterhofquartett: Das war der Wiboradatag 2025.
Pilger der Hoffnung
Rund 100 Personen pilgerten am 02.Mai 2025 für eine Kirche mit* den Frauen vom Alterszentrum Wiborada zur Kathedrale St.Gallen. Initiantin Hildegard Aepli verknüpfte in ihrer Begrüssung den Pilgertag mit dem Heiligen Jahr, das unter dem Motto "Pilger der Hoffnung" steht und sagte: "Für eine Kirche mit den Frauen zu pilgern, das bedeutet Hoffnung! Vergessene Frauengeschichten wie die von Wiborada von St.Gallen aufzudecken bedeutet Hoffnung. Und dieser Pilgertag bei herrlichem Sonnenschein bedeutet Hoffnung!" Beim Mittagshalt in der Spisegg stiess eine Gruppe Pilgerinnen aus Magdeburg (D) hinzu und pilgerten bis zur Kathedrale St.Gallen mit. Zu den Fotos vom Pilgertag auf Facebook

Ab in die Luft!
Der Gottesdienst im Chorraum der Kathedrale um 16.00 Uhr wartete mit einer eindrücklichen Kunstperformance von Hans Thomann auf: Er liess ein Kreuz im Chorraum der Kathedrale schweben - mit Hilfe vieler Luftballons. Dazu improvisierte Domorganist Christoph Schönfelder an der Orgel. Zum Abschluss erhielt jede Person, die am Gottesdienst teilnahm, einen Luftballon und den Segens-Zuspruch: „Habe Mut! Setze deinen Fuss in die Luft - denn sie trägt.“ Zum Video der Kunstperformance auf Instagram

Wechsel in der Wibordazelle
Um 18.30 Uhr verliess Inklusin Irene Franziska Meli die nachgebaute Wiboradazelle nach einer Woche. Voller Freude erzählte sie von berührenden Begegnungen, aber auch, dass sie ihre Familie vermisst habe: "In der Zelle habe ich mich sofort wohlgefühlt Aber jetzt war es auch Zeit, rauszukommen!" Pfarrerin Kathrin Bolt hiess sie herzlich willkommen und leitete das Ritual, bei dem die nächste Inklusin, Brigtte Schoepf, ein die Zelle zog. Die gebürtige Tirolerin erzählte, dass schon vor 30 Jahren von Wiborada hörte, als sie nach St.Gallen zog und bei einer Stadtführung teilnahm. Infos zum nächsten Ein- und Aufschlussritual

Wiborada neu erzählt
Einen eindrücklichen Abschluss hatte der Wiboradatag schliesslich um 19.30 Uhr mit der Uraufführung der Erzählperformance "Wiborada. Ein Frauenleben im frühen Mittelalter". Moni Egger und das Klosterhofquartett erzählten Wiboradas Geschichte neu und liessen eindrückliche Bilder vor dem inneren Auge enstehen. Mehr über die Kunstperformance erfahren
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30.04.2024

Wiboradarede: Autorin und Ordensfrau Philippa Rath kommt nach St.Gallen

Sr.Philippa Rath hält die Wiboradarede 2024 am 07.Mai in der Stiftsbibliothek St.Gallen.
Jetzt zum Nachlesen: Für die diesjährige Wiborada-Rede konnte die St.Galler Stiftsbibliothek eine hochkarätige Rednerin gewinnen: Politikwissenschaftlerin, Historikerin und Ordensfrau Philippa Rath hat in ihrer Rede am 7.Mai ergründet, «was Wiborada uns heute sagen kann».

Foto: Sr.Philippa Rath, Abtei St.Hildegard in Rüdesheim-Eibingen
Hier können Sie die Wiborada-Rede von Sr.Philippa Rath nachlesen.

Philippa Rath ist nicht nur Politikwissenschaftlerin und Historikerin, sondern auch Theologin und Benediktinerin der Abtei St.Hildegard in Rüdesheim-Eibingen. Die 67-Jährige, die sich selbst als «spätberufene Frauenaktivistin» bezeichnet, setzt sich dafür ein, dass Frauen in der römisch-katholischen Kirche zu Diakoninnen und Priesterinnen geweiht werden können. Für ihr gesellschaftliches wie kirchliches Engagement wurde sie 2019 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschlands und 2023 mit der Edith-Stein-Medaille ausgezeichnet.

«Wir freuen uns, eine so hochkarätige Rednerin für den 1098. Gedenktag Wiboradas gefunden zu haben», sagt Stiftsbibliothekar Cornel Dora. «Ihr Engagement für den Deutschen Synodalen Weg war beachtlich. Wie Wiborada, so begleitet Sr. Philippa Rath viele Menschen auf ihrem geistlichen Weg.»

2019 veröffentlichte Sr. Philippa Rath den Spiegel-Bestseller «Weil Gott es so will». Darin erzählen 150 Frauen von ihrer Berufung zur Priesterin und Diakonin – die jüngste ist gerade einmal 20, die älteste Frau 94 Jahre alt. 2022 folgte der Band «Frauen ins Amt! Männer der Kirche solidarisieren sich». Philippa Rath ist aktuell eine der stärksten Stimmen für Frauenrechte in der römisch-katholischen Kirche. Am 7. Mai um 18.00 Uhr wird sie in der Stiftsbibliothek zum Thema «Prophetissa helvetica? Was Wiborada uns heute sagen kann» sprechen.
 

Wiborada-Rede

Seit 2022 veranstaltet die Stiftsbibliothek alle zwei Jahre eine Wiborada-Rede. Die Rednerinnen erhalten eine Carte Blanche. Die Gedanken sind frei.

Dienstag, 7.Mai 2024, 18.00-18.45 Uhr, Stiftsbibliothek St.Gallen

Eintritt frei, Platzzahl beschränkt


Wiborada von St.Gallen

Die heilige Wiborada von St.Gallen (um 880/885-926) gehört zu den wichtigsten und bestdokumentierten Frauengestalten des Frühmittelalters. Mächtige ihrer Zeit holten gerne Rat bei ihr ein, etwa Abt Engilbert, Herzog Burchard II. von Schwaben oder Bischof Ulrich von Augsburg.
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08.04.2024

Klanghalt: Diese Gebete und Gesänge erwarten dich

Das Wiborada-Team ist glücklich, dass Klanghalt unter der Leitung von Imelda Natter auch 2024 am Dienstagabend musikalische Fürbittgebete in der St.Mangenkirche anbieten wird. Hochkarätige Vokalensembles präsentieren Psalm-Lieder, ergänzt durch poetische Fassungen der jeweiligen Psalmen von Ruth Näf Bernhard. 
Herzliche Einladung zum Mitbeten und Mitsingen!
 

1.Dienstag, 30. April 2024, Kirche St. Mangen, 18.30 bis 19.00 Uhr

Aus Psalm 23

mit einer Vertonung von Franz Dorfer

gesungen vom Vokalensemble «Frauenchor Lauterach»                              

ergänzt durch eine poetische Fassung von Ps. 23,2

von Ruth Näf Bernhard

2. Dienstag, 7. Mai 2024, Kirche St. Mangen, 18.30 bis 19.00 Uhr

Aus Psalm 19 

mit einer Vertonung von Baltruweit/Janssen

gesungen vom Vokalensemble «HinterländeracappellaPlus»                     

ergänzt durch eine poetische Fassung von Ps. 19,15

von Ruth Näf Bernhard

3.Dienstag, 14. Mai 2024, Kirche St. Mangen, 18.30 bis 19.00 Uhr

Aus Psalm 62

mit einer Vertonung von Moritz Hauptmann

gesungen vom Vokalensemble «Klosterhofquartett»                                    

ergänzt durch eine poetische Fassung des Psalmausschnittes, Ps. 62,6

von Ruth Näf Bernhard
 

4.Dienstag, 21. Mai 2024, Kirche St. Mangen, 18.30 bis 19.00 Uhr

Aus Psalm 103

mit einer Vertonung von Michael Praetorius

gesungen vom Vokalensemble «Klang47»  

ergänzt durch eine poetische Fassung des Psalmausschnittes, Ps. 103,2

von Ruth Näf Bernhard

5.Dienstag, 28. Mai 2024, Kirche St. Mangen, 18.30 bis 19.00 Uhr

Aus Psalm 139             

mit einer Vertonung von Meie Lutz

gesungen vom Vokalensemble «Meie Lutz PLUS»

ergänzt durch eine poetische Fassung von Ps. 139,14

von Ruth Näf Bernhard
 
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07.04.2024

Das ist die vermutlich erste Wiborada-Ikone

Eremitin Fabienne Bucher hält eine Wiborada Ikone in den HändenEin Geschenk von Eremitin zu Eremitin: Eremitin Jutta Maier aus Mindelheim hat eine Wiborada-Ikone entwickelt und der St.Galler Eremitin Fabienne Bucher geschenkt. Es handelt sich unseres Wissens um die erste Wiborada-Ikone.
Copyright Ikone: Jutta Maier
 

Was ist eine Ikone?
Eine Ikone ist eine religiöse Darstellung von Jesus, Maria oder einer heiligen Person. In verschiedenen christlichen Traditionen dient sie als Gegenstand der Verehrung und der spirituellen Kontemplation. Die Herstellung von Ikonen ist selbst eine kontemplative Tätigkeit, die bestimmten traditionellen Regeln und Techniken folgt. So werden Ikonen nicht gemalt, sondern geschrieben.

Als «Fenster zum Himmel» beschreibt Eremitin Fabienne Bucher Ikonen. «Wiborada, die mit einem Fenster nach Aussen und einem nach Innen lebte, eröffnet uns ebenso ein Fenster». An Wiborada fasziniere sie, dass sie eine selbstständige Frau blieb: «Es gibt ein altes Bild von Wiborada, wo sie auf Augenhöhe mit dem St.Galler Abt Salomo III steht. Auch als eine Konstanzer Inklusin sie davon überzeugen wollte, sich einem Kloster anzuschliessen, blieb Wiborada ihrer Sehnsucht treu und setzte durch, als Inklusin leben zu können.»

Woran ist die Wiborada-Ikone erkennbar?
Neben der Beschriftung weisen einige Insignien auf Wiborada hin:
  • Fenster: Wiborada lebte eingeschlossen als Inklusin bei der St.Mangenkirche. Durch ein Fenster nach Innen konnte sie an Gebeten und Eucharistiefeiern teilnehmen.
  • Bibel in der Hand: Obwohl sie nicht lesen konnte, konnte sie dennoch alle 150 Psalmen auswendig.
  • Brot auf dem Tisch: Es heisst, Wiborada habe Brot gesegnet und über ein Fenster nach Aussen an Menschen verteilt
  • Der Heiligenschein: Zeichen für eine Heilige. Wiborada ist übrigens die erste Frau, die heilig gesprochen wurde.
  • Kreuz: Das kostbare Kreuz könnte für die mystische Beziehung der Inklusin zu Jesus stehen, aber auch für den Schatz des Klosters St.Gallen, den sie durch ihre Vision vor dem Einfall einer Gruppe von Ungarn rettete.
  • Die Hellebarde: Die Waffe deutet auf den gewaltsamen Tod als Märtyrerin hin. Obwohl Wiborada die Möglichkeit gehabt hätte zu fliehen, entschloss sie sich dazu, in ihrer Zelle zu bleiben.
Eremitin Jutta Meier aus Mindelheim hat einen meditativen Text mit Betrachtungen zur Wiborada-Ikone geschrieben, den Sie hier lesen können.

Was macht eine Eremitin aus?
Die Besitzerin der Wiborada-Ikone, Fabienne Bucher, wurde am 18.März 2017 von Bischof Markus Büchel in der Kathedrale St.Gallen zur Eremitin geweiht. Im Interview mit kath.ch sagte sie damals, dass nun ihre Sehnsucht nach Stille gestillt werde. Sie lebt als Eremitin im Kloster Notkersegg in St.Gallen in einer eigenen Wohnung.

Eremitinnen führen ein Leben in Stille und Abgeschiedenheit, mit Gebet und Kontemplation. Oft stehen sie auch für Gespräche oder geistliche Begleitung zur Verfügung. Ein Vergleich mit Wiborada, der mittelalterlichen Inklusin, die zur Ratgeberin für die Stadt St.Gallen wurde, liegt nahe - wobei zeitgenössische Eremitinnen selbstverständlich nicht eingeschlossen leben.

Die eremitische Lebensweise ist die ältere, das Inklusinnentum entwickelte sich erst später als eine radikalere Form, erklärt Fabienne Bucher. «Das war in der Kirche lange umstritten», so Bucher. «Für mich persönlich ist die Form des Inklusinnenlebens interessant, aber zu extrem», sagt sie.
 
Auch wenn sie sich selbst nicht vorstellen könnte, als Inklusin zu leben, begleitet sie bereits zum dritten Mal Inklus:innen im Rahmen des Wiborada-Projekts.
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12.03.2024

Jetzt für Schulklassenführung anmelden

Eine Schulklasse besucht den Inklusen in der nachgebauten Wiborada-Zelle

Schulklassen und Jugendgruppen haben vielfältige Möglichkeiten, Wiborada kennen zu lernen, z.B. vor Ort mit einer Führung, im Schulzimmer mit Unterrichtseinheiten oder auf eigene Faust mit der App Actionbound.

Aktuell ist die Anmeldung für eine Schulklassenführung ab dem 29.April wieder möglich. Sagen Sie es gerne interessierten Lehrpersonen weiter!
Eine Anmeldung ist möglich unter https://wiborada.sg/schule
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05.03.2024

Uraufführung der Tanz-Performance «Sancta Wiborada. Reise ins Innere der Rebellion»


Eigens für Wiborada2024 hat die Tänzerin Robina Steyer ein neues Stück entwickelt, das am 2. Mai 2024, dem Wiborada-Tag, uraufgeführt wird.

Robina Steyer tanzt ihre Hommage an Wiborada in der Kirche St.Mangen, dem ursprünglichen Ort ihres Wirkens, das Geschichte und Identität von St.Gallen geprägt hat. Mit Bewegung und Musik wird die frühmittelalterliche Schutzpatronin der Bibliotheken in einem neuen Licht inszeniert.

«Sancta Wiborada» thematisiert den Rückzug ins Selbst in heutiger Zeit. «Dieser Prozess ist für Künstler:innen zentral, wenn sie neue kreative Wege einschlagen. Er hilft, ein Projekt in seiner Radikalität voll und ganz anzunehmen und umzusetzen», sagt Robina Steyer dazu.

Die Tanz-Performance blickt weit über die Grenzen des Glaubens und des Christentums hinaus. «Damit ist sie für alle offen und zugänglich», so die in der DDR geborene Tänzerin, Dozentin und freischaffende Choreografin.

Robina Steyer
absolvierte ihre Ausbildung an der Staatlichen Ballettschule Berlin und an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und schloss diese mit Master ab. Es folgten Engagements an zahlreichen Theatern u.a. an das Theater Lüneburg, an das Stadttheater Giessen, an die Bonner Oper und an die Deutsche Oper am Rhein. Von 2014 bis 2019 war sie Solistin der Tanzkompanie des Theaters St. Gallen.

Premiere: Donnerstag, 2. Mai 2024, 20 Uhr, Kirche St.Mangen (freier Eintritt)


In Kooperation mit DAS TANZFEST ST.GALLEN:

Freitag, 3. Mai 2024, 20 Uhr, Kirche St.Mangen

Samstag, 4. Mai 2024, 20 Uhr, Kirche St.Mangen

Tickets sind hier erhältlich: https://eventfrog.ch/sanctawiborada

Weitere Konzerttermine in Chur, Rheineck und Triesen hier.

Unterstützt durch:
  • Dompfarramt und Kath. Kirche im Lebensraum St. Gallen
  • Stadt St.Gallen, Kulturförderung
  • Ria & Arthur Dietschweiler Stiftung
  • Evang.-ref. Kirchgemeinde St.Gallen C
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04.03.2024

Freiwillige gesucht: Bringen Sie eine Mahlzeit vorbei!

Bringen Sie eine warme Mahlzeit den Inklus:innen des Wiborada-Projektes vorbei.

Zwei Männer und drei Frauen lassen sich für je eine Woche in der Wiborada-Zelle einschliessen. Unterstützen Sie die Inklus:innen tatkräftig und bringen Sie Ihnen eine Mahlzeit um 11.30 Uhr vorbei.
Tragen Sie sich dazu in die Liste ein und geben Sie Ihre Mailadresse an.

Wenn Sie die Mailadresse nicht öffentlich machen wollen, schreiben Sie diese per Mail an christa.zingg@lcbruehl.ch

Sie erhalten dann weitere Informationen z.B. zu Lebensmittelunverträglichkeiten oder besonderen Essenswünschen der Inklus:innen.

Herzlichen Dank!
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27.02.2024

Gottes starke Töchter

Herder Thema: Gottes starke Töchter

Hildegard Aepli, Initiantin des Wiborada-Projektes, hat einen Artikel über «Wiborada, die priesterliche Frau. St.Gallens vergessene Tochter» in der aktuellen Ausgabe von Herder Thema veröffentlicht. Die Sonderausgabe widmet sich dem Thema Frauen und Ämter im Katholizismus weltweit.
 
«Die Frauenfrage ist neben der nach Macht und Gewaltenteilung das entscheidende Zukunftsthema für die katholische Kirche und ihre Glaubwürdigkeit.», schreibt der Verlag Herder zur Spezial-Ausgabe. «Katholikinnen und Katholiken auf der ganzen Welt erwarten und fordern auch in ihrer Kirche einen anderen Umgang mit Frauen.»
Autor:innen aus verschiedenen Ländern beantworten darin, welche Rollen, Aufgaben und Ämter Frauen künftig in der Kirche einnehmen werden sowie welche strukturellen Grenzen und Herausforderungen bis dahin zu meistern sind.

Als «Brücke zwischen Menschen auf allen Ebenen» bezeichnet Hildegard Aepli die erste heiliggesprochene Frau der Welt in ihrem Artikel mit dem Titel «Wiborada, die priesterliche Frau. St.Gallens vergessene Tochter». Die Erinnerung an sie werde zu einer Chance für die Zukunft von Kirchen, Stadt und Region, so Aepli.

Die deutsche Ausgabe kann (kostenpflichtig) beim Herder-Verlag bestellt werden.

Kostenfreier Download auf Englisch
Die englische Ausgabe steht hier zum kostenfreien Download zur Verfügung.
Der Artikel von Hildegard Aepli mit dem Titel Wiborada, the priestly woman, ist auf Seite 22 zu finden.

Herder Thema
In der Reihe «Herder Thema» veröffentlicht der Verlag Herder in unregelmäßigen Abständen zusammen mit Kooperationspartnern eigene Sonderhefte zu Fragen aus dem Themenspektrum der Herder Korrespondenz. 
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05.02.2024

Diese drei Frauen und zwei Männer leben 2024 in der Wiborada-Zelle

Aus 13 Bewerbungen hat das ökumenische Team des Wiborada-Projekts fünf Personen ausgewählt. Sie lassen sich wie die Stadtheilige aus dem 10. Jahrhundert in eine Klause bei der Kirche St.Mangen einschliessen.

Foto: Die Inklusinnen und Inklusen in der Wiborada-Kapelle: v.l.n.r.: Judith Bischof, Cathrin Legler, Hansruedi Felix, Judith Hosennen, Gabriel Imhof. Fotocredits: Urs Bucher

Die St.Gallerin Judith Bischof macht den Anfang vom 26. April bis zum 03. Mai 2024. «Wiborada hat mit einer riesigen Portion Mut als Frau sehr authentisch ein aussergewöhnliches Leben geführt», sagt die 62-Jährige. Als Sachbearbeiterin im sozialen Bereich beeindruckt sie, wie Wiborada «Menschen aller Gesellschaftsschichten in Milde und Mitgefühl begegnet ist, die einen selbstlos in ihrer Existenz unterstützt hat und andere mit ihrer Weisheit und Weitsicht beraten».

Der pensionierte Stadtpfarrer Hansruedi Felix lebt vom 03.-10.Mai in der Wiborada-Zelle. Die Basis für eine gesunde und heilsame Lebensführung ist für ihn die doppelte Verwurzelung des Menschen im Inneren und Äusseren, wie Wiborada sie lebte. «Es ist mir wichtig, solche Vorbilder zu kennen und mit ihnen unterwegs zu sein, insbesondere wenn es sich um eine prägende Frauenfigur handelt», sagt der 67-Jährige.

Cathrin Legler (10.-17.Mai.) hat «grossen Respekt» vor der ersten Nacht in der Zelle am 10.Mai. Die 49-jährige evangelisch-reformierte Pfarrerin in Kreuzlingen fragt sich jedoch auch, ob die Zeit in der Zelle bis zum 17.Mai «lange werden kann». Gleichzeitig freue sie sich auf eine Zeit ohne Ablenkung und Zerstreuung sowie auf bereichernde und herausfordernde Begegnungen am offenen Fenster.

Wie die anderen Inklusinnen und Inklusen wird sie zweimal pro Tag das Fenster zur Stadt öffnen und von 13.30 bis 14.30 Uhr sowie von 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr für Gespräche zur Verfügung stehen.

Religionspädagogik-Student Gabriel Imhof wünscht sich, durch seine Woche in der Zelle vom 17.-24. Mai, «Wiborada und dem spirituellen Schatz, den diese Mystikerin hinterlassen hat, näher zu kommen». Der 32-Jährige, und damit jüngste Inkluse, ist sich sicher, er werde weder Smartphone noch digitale Medien oder das Reisen im öffentlichen Verkehr vermissen.

Judith Hosennen markiert mit ihrer Woche in der nachgebauten Wiborada-Zelle auch einen beruflichen Wechsel: Die Mitarbeiterin Transportleitstelle bei der Schweizerischen Südostbahn SOB beginnt Mitte Mai eine Ausbildung zur Sterbe- und Trauerbegleiterin. Vom 24.-31.Mai möchte sie zur Ruhe kommen. «Da ich eine sehr aktive Person bin, habe ich Respekt davor, eingeschlossen zu sein, obwohl genau das sehr fasziniert», sagt die 58-Jährige.

 

Wiborada von St.Gallen: Inklusin und Ratgeberin

Wiborada ist neben Gallus und Otmar die dritte St.Galler Stadtheilige, fristet aber in St.Gallen bis heute ein Schattendasein. Die unerschrockene Frau liess sich 916 in eine Zelle bei der Kirche St.Mangen als sogenannte Inklusin einschliessen. Beim gewaltsamen Einfall der Ungarn bezahlte sie 926 mit ihrem Leben dafür. In ihrer Zelle stand ein Fenster stets offen für jene, die Rat und Hilfe suchten. Die beiden Viten über Wiborada erzählen, dass sich Äbte, Fürsten, Adlige, Mönche und Menschen der Stadt an ihrem Fenster beraten liessen.  


Wiborada-Projekt

Mit dem Projekt Wiborada2021-2026 möchte ein ökumenisches Team ihr den Platz in der Geschichte einräumen, der ihr gebührt. Seit 2021 lassen sich jedes Jahr fünf Personen für je eine Woche in der nachgebauten Zelle der Wiborada von St.Gallen einschliessen. So spüren sie dem Leben der mittelalterlichen Heiligen nach und entdecken ihre Bedeutung für Stadt und Kanton heute. Interessierte für das kommende Jahr können sich bereits jetzt bei Projektleiterin Hildegard Aepli bewerben. 
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04.02.2024

Inklusin Judith Bischof: «Wiborada hat mit Weisheit und Weitsicht beraten»



Die St.Gallerin Judith Bischof macht den Anfang als erste Inklusin im 2024 vom 26. April bis zum 03. Mai. «Wiborada hat mit einer riesigen Portion Mut als Frau sehr authentisch ein aussergewöhnliches Leben geführt», sagt die 62-Jährige. Was die Sachbearbeiterin im sozialen Bereich an Wiborada beeindruckt, verrät sie im Interview.

Was fasziniert dich an Wiborada?

Wiborada hat auf ihre innere Stimme gehört und ist konsequent ihren Weg der Berufung gegangen. Im Vertrauen und mit einer riesigen Portion Mut hat sie als Frau sehr authentisch ein aussergewöhnliches Leben geführt. Sie ist Menschen aller Gesellschaftsschichten in Milde und mit Mitgefühl begegnet und hat die einen selbstlos in ihrer Existenz unterstützt und andere mit ihrer Weisheit und Weitsicht beraten.

 
Warum findest du es wichtig, im 21. Jahrhundert noch von Wiborada zu reden?

Es braucht Frauen und Menschen, die für Werte einstehen, die drohen verloren zu gehen oder noch gar nicht erreicht sind. Nicht Macht und Geld ist die Nahrung, die es in unserer Gesellschaft braucht. Es ist der menschliche Hunger, der gestillt werden muss. Mit gegenseitigem Respekt, Toleranz und Begegnung auf Augenhöhe über alle Schichten, Rollen und Berufsgattungen hinweg wird Menschlichkeit direkt gelebt. Qualitäten wie Weisheit und Weitsicht sollen, auch wenn sie nicht immer messbar sind, angenommen und nicht als Gefahr gesehen werden.

 
Was erhoffst du dir von deiner Woche als Inkluse, als Inklusin?

Aufs Wesentliche reduziert, in der Tiefe mit mir in Kontakt zu kommen und spürbar ein Teil vom grossen Ganzen zu sein, das erhoffe ich mir. Dadurch, so meine Erahnung, kann ich meinem ureigenen Wesen und meiner innersten Berufung einen Schritt näherkommen.

Den Menschen, denen ich im Gespräch begegnen werde, möchte ich Wohlwollen, Vertrauen und Resonanz entgegenbringen. Ich hoffe, dass dies für das Gegenüber spürbar sein wird.

 
Wovor hast du Angst/besonderen Respekt?

Vor den beiden Übergängen habe ich besonderen Respekt. Wie werde ich das Abschiednehmen erleben und meinen eigenen Rhythmus in der Zelle finden? In welcher innerlich emotionalen Verfassung werde ich auf die Türöffnung reagieren und anschliessend den Menschen begegnen?

 
Wen wirst du bitten, dich einzuschliessen, und warum genau diese Person?

Susanne, eine gut vertraute Freundin. Obwohl wir beide sehr unterschiedliche Lebensentwürfe haben, inspiriert sie mich immer wieder mit ihren Ideen und beeindruckt mich, wie sie Dinge angeht und umsetzt. Sie wird mich einschliessen, weil es ihr viel bedeutet, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen und nicht einfach aus Gefälligkeit. Susanne wird über alle Tage und Nächte hindurch mit mir auf feinstofflicher Ebene verbunden sein.

 
Was denkst du, wirst du am meisten vermissen in der Zelle?

Das Wetter spüren. Ein Spaziergang, um den Kopf durchlüften zu können. «Meine» Musik zum Entspannen, ein Stück Schoggikuchen und ganz banal – eine Dusche.

 
Und was überhaupt nicht?

Den Alltag, den Konsum und Nachrichten über das, was in der Welt passiert.
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04.02.2024

Inkluse Hansruedi Felix: «Ich werde das Tanzen, den Himmel und die Wolken vermissen»

Der pensionierte Stadtpfarrer Hansruedi Felix wird 2024 eine Woche in der Wiborada Zelle in St.Gallen leben.
Der pensionierte Stadtpfarrer Hansruedi Felix lebt vom 03.-10.Mai in der Wiborada-Zelle. Die Basis für eine gesunde und heilsame Lebensführung ist für ihn die doppelte Verwurzelung des Menschen im Inneren und Äusseren, wie Wiborada sie lebte. «Es ist mir wichtig, solche Vorbilder zu kennen und mit ihnen unterwegs zu sein, insbesondere wenn es sich um eine prägende Frauenfigur handelt», sagt der 67-Jährige im Interview.

Foto: Urs Bucher

Was fasziniert dich an Wiborada?

Wiborada hat in dieser besonderen und sicher auch extremen Position ein Ausgleich gefunden zwischen einem kontemplativen Leben (Fenster in die Kirche) und einem weltzugewandten Leben (Fenster zur Stadt). Frère Roger nannte es später «Kampf und Kontemplation», Dorothee Sölle «Mystik und Widerstand», die Mönche «ora et labora».

 

Warum findest du es wichtig, im 21. Jahrhundert noch von Wiborada zu reden?

Für mich ist diese doppelte Verwurzelung des Menschen im Innern und im Äussern die Basis für eine gesunde und heilsame Lebensführung. Es ist mir wichtig, solche Vorbilder zu kennen, und mit ihnen unterwegs zu sein, insbesondere wenn es sich um eine prägende Frauenfigur handelt.
 

Was erhoffst du dir von deiner Woche als Inkluse?

Ich erhoffe mir von dieser «künstlichen» und sehr privilegierten Situation diese beispielhafte Verbindung zwischen dem Atmen und dem Denken, dem Innen und dem Aussen. Insbesondere erwarte ich eine Vertiefung des tief in mir verwurzelt Seins.
 

Wovor hast du besonderen Respekt?

Als jemand der sich gerne bewegt, wandert, tanzt macht es mir Respekt, mich so in die Zelle zurück zu ziehen, dass ich auf meinen körperlichen Ausdruck ziemlich verzichte.

Was denkst du, wirst du am meisten vermissen in der Zelle?

Ich vermute, es ist diese körperliche Betätigung, das Spazieren, Tanzen, mich Bewegen; die Weite, den Himmel, die Wolken.
 

Und was überhaupt nicht?

Ich gehe jetzt davon aus, dass ich weder Handy noch PC missen werde.
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04.02.2024

Inklusin Cathrin Legler: «habe grossen Respekt vor der ersten Nacht in der Zelle»

Die reformierte Pfarrerin Cathrin Legler wird im Mai 2024 als Inklusin in der Wiborada-Zelle leben. Foto: Urs Bucher

Inklusin Cathrin Legler hat «grossen Respekt» vor der ersten Nacht in der Zelle am 10.Mai. Die 49-jährige evangelisch-reformierte Pfarrerin in Kreuzlingen fragt sich jedoch auch, ob die Zeit in der Zelle bis zum 17.Mai «lange werden kann». Gleichzeitig freue sie sich auf eine Zeit ohne Ablenkung und Zerstreuung sowie auf bereichernde und herausfordernde Begegnungen am offenen Fenster, verrät sie im Interview.

Foto: Urs Bucher


Was fasziniert dich an Wiborada?

Mich fasziniert ihre eigenständige Lebensgestaltung zu jener Zeit. Sie lässt sich nicht verheiraten und wählt ihre Lebensform selbst. Zudem beeindruckt mich die Radikalität, die sie in der Zeller ausharren lässt, einfach weil es ihr Ort war zu bleiben.
 

Was erhoffst du dir von deiner Woche als Inklusin?

Ausgiebig Zeit mit Gott und mit mir. Und die Wahrnehmung, was dies mit mir macht. Und dann immer wieder die Begegnung mit anderen Menschen am Fenster, die herausfordern und bereichern.
 

Wovor hast du Angst?

Vor der ersten Nacht habe ich grossen Respekt. Und dann vielleicht doch auch, dass die Zeit in der Zelle lange werden kann…
 

Wen wirst du bitten, dich einzuschliessen, und warum genau diese Person?

Ich möchte Maja-Franziska bitten, mich einzuschliessen. Sie ist Freundin, Weggefährtin, Arbeitskollegin. Sie kennt viele meiner Fragen und war immer wieder Zeugin und Begleiterin meines Ringens um Wahrhaftigkeit und meiner Eigenständigkeit. Zudem mache ich mit ihr immer wieder die Erfahrung von Verbundenheit. Wir können wunderbar zusammen lachen, aber auch arbeiten.
 

Was denkst du, wirst du am meisten vermissen in der Zelle?

Bewegung an der frischen Luft.
 

Und was überhaupt nicht?

Ablenkung und Zerstreuung.
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03.02.2024

Jüngster Inkluse Gabriel Imhof: «will Wiborada und dem spirituellen Schatz der Mystikerin näher kommen»

Religionspädagogik-Student Gabriel Imhof ist mit 32 Jahren der jüngste Inkluse in der Wiborada-Zelle.

Religionspädagogik-Student Gabriel Imhof wünscht sich, durch seine Woche in der Zelle vom 17.-24. Mai 2024, «Wiborada und dem spirituellen Schatz, den diese Mystikerin hinterlassen hat, näher zu kommen». Der 32-Jährige und damit jüngste Inkluse des Wiborada-Projekts ist sich sicher, er werde weder Smartphone noch digitale Medien oder das Reisen im öffentlichen Verkehr vermissen.

Was fasziniert dich an Wiborada?

Mich fasziniert ihr Lebensstil, wie sie sich dazu berufen fühlte, in einer aussergewöhnlichen Form ihr Leben zu gestalten und darin offenbar Gott gefunden hat.

Mich fasziniert, dass sie in der Reduktion und im Verzicht Freiheit und sicherlich auch Liebe gefunden hat.

Mich fasziniert, dass Wiborada in ihrer Glaubwürdigkeit eine ganze Stadt von ihrer Vision überzeugen konnte und so Menschenleben und ein Kulturerbe schützen konnte, sich jedoch opferte. Dieser Mut, diese Radikalität und diese Gottesbeziehung faszinieren mich.
 

Warum findest du es wichtig, im 21. Jahrhundert noch von Wiborada zu reden / das Gedächtnis an sie wach zu halten?


Für mich sind die Heiligen ein Schatz, für den ich sehr dankbar bin. Sie zeigen mir auf, dass das Leben in all seinen Windungen und Herausforderungen doch geheiligt, gesegnet sein kann und jeder für sich diese Heiligkeit in seinem Leben suchen und aufdecken kann. Die Heiligen ermutigen mich dazu, meinen je eigenen Weg zu gehen und die Angst vor dem Tod zu überwinden. Sie sind also auch heute noch relevant und sprechen in unsere Zeit hinein. Da auch hier, wie so oft, eine männliche Dominanz herrscht, finde ich es wichtig, die weiblichen Vertreterinnen hervorzuheben. Umso schöner, dass wir in St.Gallen eine so prominente Heilige feiern dürfen.

 

Was erhoffst du dir von deiner Woche als Inkluse?


Ich versuche, ohne Erwartungen, ohne Hoffnungen in diese Woche zu treten. Ich wünsche mir aber, Wiborada und dem spirituellen Schatz, den diese Mystikerin hinterlassen hat, näher zu kommen. Näherkommen möchte ich auch Gott – eine immerwährende Sehnsucht – und den Menschen. Zudem finde ich es eine grossartige Gelegenheit, Begegnung und Rückzug in dieser Form zu verbinden und ein Teil des Projektes, das ich schon länger mitverfolge, zu werden.
 

Wovor hast du Angst?

Eine der grössten Lebensqualitäten ist für mich in der Natur spazieren zu gehen, in Bewegung zu sein, zu laufen. Auf das werde ich verzichten müssen. Da es nur eine Woche ist, kann ich gut damit umgehen, hoffe ich. Über längere Zeit wäre das jedoch nichts für mich.
 

Was denkst du, wirst du am meisten vermissen in der Zelle?

Neben der Bewegung in der Natur die Musik, das Musizieren.
 

Und was überhaupt nicht?

Das Smartphone. Die digitalen Medien. Das Reisen im Öffentlichen Verkehr.
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31.01.2024

Inklusin Judith Hosennen: «möchte zur Ruhe kommen»

Judith Hosennen ist eine sehr aktive Person, hier beim Kochen. Sie wird die Bewegung in der Wiborada-Zelle vermissen.


Judith Hosennen markiert mit ihrer Woche in der nachgebauten Wiborada-Zelle auch einen beruflichen Wechsel: Die Mitarbeiterin Transportleitstelle bei der Schweizerischen Südostbahn SOB beginnt Mitte Mai eine Ausbildung zur Sterbe- und Trauerbegleiterin. Vom 24.-31.Mai möchte sie zur Ruhe kommen. «Da ich eine sehr aktive Person bin, habe ich Respekt davor, eingeschlossen zu sein, obwohl genau das sehr fasziniert», sagt die 58-Jährige im Interview.


Was fasziniert dich an Wiborada?

Dass sie sich einschliessen liess, es durchhielt, so lange als Inklusin zu leben

 

Was erhoffst du dir von deiner Woche als Inklusin?

Zur Ruhe zu kommen
 

Wovor hast du Angst oder besonderen Respekt?

Schlicht und einfach: eingeschlossen zu sein. Da ich eine sehr aktive Person bin, habe ich auch Respekt davor, obwohl genau das sehr fasziniert.
 

Wen wirst du bitten, dich einzuschliessen, und warum genau diese Person?

Mein Göttikind Svenja, ich fragte sie bereits. Das war von Anfang an klar für mich.

 

Was denkst du, wirst du am meisten vermissen in der Zelle?

Mich zu betätigen: kochen, raus zu gehen
 

Und was überhaupt nicht?

Soziale Medien
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30.01.2024

Anmeldung für Wiboradatag eröffnet

Flyer Wiborada Tag
Am 02. Mai 2024 pilgern Männern und Frauen gemeinsam für die Zukunft der Kirche.

 
ANLIEGEN: 
Seit 2016 pilgern wir jedes Jahr am 2. Mai für eine Kirche mit* den Frauen. Es ist ein gemeinsamer Weg von Männern und Frauen für die Zukunft der Kirche.

WANN: 
Donnerstag, 2. Mai 2024

TREFFPUNKT: 
Andreas-Saal, Merkurstrasse 3, 9200 Gossau

WAS:ab 09.15 Begrüssung im Andreas-Saal (5’ Weg vom Bahnhof)*
09.45 Impuls in der Andreaskirche*
10.15 Pilgern zur Kirche Bruggen (ca. 2 Stunden)*
Zwischenhalt
12.30 Mittagessen im Pfarreiheim Bruggen*
13.30 kreative Zeit*
14.30 Pilgern zur Kathedrale (ca. 1 Stunde)*
16.00 Gottesdienst im Chorraum der Kathedrale** Orte und Zeiten, wo es möglich ist, dazuzustossen oder sich zu verabschieden.

MITNEHMEN: 
Picknick, wetterfeste Kleidung, gutes Schuhwerk

WEGSTRECKE: 
12 km I 3 Std. Wanderzeit 
Aufstieg 189 m I Abstieg 148 m

KOSTEN: 20 CHF

ANMELDUNG: fuechsli@bluemail.ch bis 25. April 2024 hilft den Vorbereitenden. Spontan Entschlossene sind herzlich willkommen.
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01.01.2024

Unbekannte Winkel und geheimnisvolle Ecken: «1125 Jahre St. Mangen»

St. Mangen ist eine von St. Gallens ältesten Kirchen. Abt Salomo III. liess sie ursprünglich in Erinnerung an den Heiligen Magnus erbauen. Am 13. Oktober im Jahr 898 bestätigte Kaiser Arnulf den Bau einer Kirche am Irabach – somit ist St. Mangen heute mindestens 1125 Jahre alt.


 
Die Kirche hat eine bewegte Geschichte: Sie erlebte Wunder, Umbauten, Pilgerbesuche, Räumungen, Blitzeinschläge, Brände und Erdbeben.
 

«Führungen in und um St. Mangen» am 27.April 2024

In öffentlichen Führungen bringen
  • Martin Schindler, Leiter der Kantonsarchäologie St. Gallen und
  •  Guido Faccani, Mittelalterarchäologe aus Basel
geheime Ecken ans Licht und wagen einen Blick hinter (normalerweise) verschlossene Türen.
 

Öffentliche Führungen

  • 13.00 Uhr
  • 14.00 Uhr
  • 15.00 Uhr
  • 16.00 Uhr
Besammlung vor dem Haupteingang der St.Mangenkirche
Dauer: 45 Minuten
trittfestes Schuhwerk erforderlich
 

Zusätzliche Turmbesteigungen

  • 13.30 Uhr
  • 14.00 Uhr
  • 14.30 Uhr
  • 15.00 Uhr
  • 15.30 Uhr
  • 16.00 Uhr
  • 16.30 Uhr
Gruppen bis max. 6 Personen
trittfestes Schuhwerk erforderlich

Der Anlass wird unterstützt von der Kantonsarchäologie St.Gallen und organisiert vom ökumenischen Team Wiborada2024.
 

Ausstellung in St.Mangen

Vom 20. April-1. Juni 2024 werden in der Kirche Vitrinen mit Steinen aus dem ursprünglichen Bau, Rekonstruktionen der früheren Architektur um 920 und 1050 und Fotografien von den Ausgrabungen von 1945/46 ausgestellt.
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