2026: Ausstellung: Ein Zimmer für sich allein
Im Westchor der Kathedrale ist seit 22.02.2026 eine Kunstausstellung zu Ehren der Stadtheiligen Wiborada zu sehen. Die Werke spiegeln weibliche Energien wider und gipfeln in einem grossen Hauptgemälde, das Wiborada als Bewahrerin darstellt. Es handelt sich um ein Projekt der Dompfarrei zum Wiboradajubiläum 2026.
Was St.Gallen ohne Wiborada wäre, ist schwierig auszumalen. Nachdem sie 925 das Kloster vor einem ungarischen Überfall gewarnt hatte, konnten Menschen und Kulturgüter vor dem Angriff 926 in Sicherheit gebracht werden. Die Plünderer fanden in St.Gallen einzig eine Frau in einer Zelle vor, die sie sofort erschlugen.
Die Bewahrerin Wiborada schützte St.Gallen und seine Schätze, nicht aber sich selber. Für Ihre Heldentat wurde sie 1047 in einem offiziellen römischen Verfahren heiliggesprochen – als erste Frau überhaupt.
Dass eine solche historisch und spirituell bedeutende Frau fast in Vergessenheit geriet, war für Hildegard Aepli, Seelsorgerin in der Kathedrale, ein «Skandal». Seit Jahren kämpft sie mit kreativen Aktionen dafür, Wiborada ins kollektive Bewusstsein zu rücken. Ihre Bemühungen gipfeln in einem breitangelegten Programm in diesem Jahr. Exakt 1100 Jahre nach der Erschlagung Wiboradas feiert St.Gallen ein staatlich-religiöses Gedenkjahr.
Seit dem Wochenende ist ein entscheidendes Element hinzugekommen: Die Kunstausstellung der süddeutschen Künstlerin Brigitte Messmer in der Kathedrale. Die vielschichtigen Installationen und Bilder in Gedenken Wiboradas sind während der ganzen Fastenzeit zu sehen.
Für einen sinnlichen Einstieg ins Thema sorgte eine künstlerische Performance, bei der sechs Freiwillige auf einer Papierrolle ihren «eigenen Raum» einnahmen, in dem sie sich mit einem überdimensionalen Bleistift kreisförmig bewegten. Zusammen mit Gesang und Musik wurden dadurch eindrückliche Momente geschaffen. Unter dem gleichen Motto und in Gedenken Wiboradas finden weitere Abende im Chorraum statt. Am 1., 8. und 22. März gibt es sogenannte Fastenimpulse mit spannenden Gästen.
Die Süddeutsche Künstlerin setzte sich eineinhalb Jahren mit Wiboradas Leben auseinander. Ihre Werke erreichen viel Tiefe, weil sie sich der Stadtheiligen mit allen Sinnen annäherte und versuchte, ihre Situation nachzuempfinden. Eine Phase lang auch gezwungenermassen, als sie nach einem Unfall zu Hause war und sich ohne Bewegungsfreiheiten eingesperrt fühlte. Die Werke von Brigitte Messmer können erstanden werden. Anfragen per Mail: brigitte.messmer@gmx.de.
Text: Sebastian Schneider, Katholisch St.Gallen
Was St.Gallen ohne Wiborada wäre, ist schwierig auszumalen. Nachdem sie 925 das Kloster vor einem ungarischen Überfall gewarnt hatte, konnten Menschen und Kulturgüter vor dem Angriff 926 in Sicherheit gebracht werden. Die Plünderer fanden in St.Gallen einzig eine Frau in einer Zelle vor, die sie sofort erschlugen.
Die Bewahrerin Wiborada schützte St.Gallen und seine Schätze, nicht aber sich selber. Für Ihre Heldentat wurde sie 1047 in einem offiziellen römischen Verfahren heiliggesprochen – als erste Frau überhaupt.
Dass eine solche historisch und spirituell bedeutende Frau fast in Vergessenheit geriet, war für Hildegard Aepli, Seelsorgerin in der Kathedrale, ein «Skandal». Seit Jahren kämpft sie mit kreativen Aktionen dafür, Wiborada ins kollektive Bewusstsein zu rücken. Ihre Bemühungen gipfeln in einem breitangelegten Programm in diesem Jahr. Exakt 1100 Jahre nach der Erschlagung Wiboradas feiert St.Gallen ein staatlich-religiöses Gedenkjahr.
Seit dem Wochenende ist ein entscheidendes Element hinzugekommen: Die Kunstausstellung der süddeutschen Künstlerin Brigitte Messmer in der Kathedrale. Die vielschichtigen Installationen und Bilder in Gedenken Wiboradas sind während der ganzen Fastenzeit zu sehen.
Bischof als Technik-Helfer
Im Chorraum der Kathedrale haben sich am Sonntagabend über 100 Leute zur Vernissage der Kunstausstellung versammelt. Hildegard Aepli stellte den Abend im Sinne von Wiboradas Wirken unter das Motto «ein Zimmer für sich allein». Während ihrer Begrüssung hallte ihre Stimmer mit unangenehmer Verzögerung durch die Lautsprecher, woraufhin Bischof Beat den Chorraum verliess. Nicht aus Trotz, sondern um im Hintergrund die Technik zu justieren, was Hildegard Aepli verdankte und die Gäste mit einem erleichterten Lächeln quittierten.Für einen sinnlichen Einstieg ins Thema sorgte eine künstlerische Performance, bei der sechs Freiwillige auf einer Papierrolle ihren «eigenen Raum» einnahmen, in dem sie sich mit einem überdimensionalen Bleistift kreisförmig bewegten. Zusammen mit Gesang und Musik wurden dadurch eindrückliche Momente geschaffen. Unter dem gleichen Motto und in Gedenken Wiboradas finden weitere Abende im Chorraum statt. Am 1., 8. und 22. März gibt es sogenannte Fastenimpulse mit spannenden Gästen.
Kunst mit Tiefgang
Nach der Performance wurde die Vernissage beim Westchor, auch Rosshimmel genannt, fortgeführt. Eine «Challenge», wie Hildegard Aepli angesichts der vielen Interessierten sagte. Vor den Bildern erläuterte sie und Brigitte Messmer die Werke und die Ausstellung an sich. Diese besteht aus vier Stationen von der «zarten Sichtbarmachung» bis hin zum monumentalen Bild an der Chorwand: dem Porträt auf rotem Grund der Bewahrerin Wiborada.Die Süddeutsche Künstlerin setzte sich eineinhalb Jahren mit Wiboradas Leben auseinander. Ihre Werke erreichen viel Tiefe, weil sie sich der Stadtheiligen mit allen Sinnen annäherte und versuchte, ihre Situation nachzuempfinden. Eine Phase lang auch gezwungenermassen, als sie nach einem Unfall zu Hause war und sich ohne Bewegungsfreiheiten eingesperrt fühlte. Die Werke von Brigitte Messmer können erstanden werden. Anfragen per Mail: brigitte.messmer@gmx.de.
Text: Sebastian Schneider, Katholisch St.Gallen
Im Westchor der Kathedrale sind in der Fastenzeit 2026 Bilder von Brigitte Messmer zu sehen. Foto: Sebastian Schneider
Kunstausstellung zu Wiborada in der Kathedrale St.Gallen. Foto: Sebastian Schneider



