Aktuelles
14.06.2026

Zweiehalb uf sibe Schritt | Wiboradas Leben und Sterben in der Klause


Zum 1100-Jahr-Jubiläum 2026 erarbeite Moni Egger eine Kurzerzählung über Wiborada. Diese ist nun zum kostenlosen Download verfügbar.
Foto: Moni Egger am 02. Mai 2026 in der Kirche St. Mangen. Fotocredits: Augustin Saleem. [mehr]
Rund 28 Minuten dauert die Kurzerzählung, die Moni Egger (matmoni.ch) am Festgottesdienst zum Wiborada-Jubiläum präsentierte. Dankenswerterweise stellt die Theologin und Erzählerin diese allen Interessieren zur Verfügung.
Musikalisch wird die Kurzerzählung vom Wyborada-Hymnus 1763 begleitet, eingespielt vom St.Galler Klosterhofquartett unter der Leitung von Rita Keller (Arr.) Für die Aufnahme verantwortlich war Cali Flores von cumbé-records.

Zum Download der Kurzerzählung
Aktuelles
27.05.2026

Samuel Rüegg: «Ich werde das Dramatische der Welt nicht vermissen»

Samuel Rüegg Inkluse Wiborada Projekt​Samuel Rüegg aus Winterthur ist Sozialarbeiter, Erwachsenenbildner und Coach. Vom 29. Mai bis 5. Juni 2026 lebt der 49-Jährige als Inkluse in der Wiborada-Zelle. Für ihn ist die Woche eine Gelegenheit, einfach präsent zu sein, Begegnungen am offenen Fenster zu gestalten und bewusst Abstand vom Alltag zu nehmen. [mehr]
Warum findest du es wichtig, die Erinnerung an Wiborada wach zu halten?
Weil sie für die Stadt, die Kirche und auch für die Emanzipation wichtig ist.

Wenn du Wiborada treffen könntest: Welche Frage würdest du ihr gerne stellen?
Wie hast du die «Vision» wahrgenommen? Was war mit Zweifeln? Wie konntest du mit deiner Botschaft überzeugen?

Wer wird dich am Freitagabend in die Zelle einschliessen?
Zwei langjährige Freunde, die das gerne machen und die ich dann gerne um mich habe.

Welche «Handarbeit» nimmst du dir mit für deine Woche in der Zelle?
Papier und diverse Stifte. Ein Buch oder zwei.

Warum sollte man genau dich am offenen Zellenfenster besuchen?
Ich glaube es gibt keinen Grund genau mich aufzusuchen. Ich freue mich auf Besuchende und werde einfach präsent sein.

Wovor hast du Angst oder besonderen Respekt?
Ich habe schon gefastet: Da gab es Krisen, die gross schienen, aber dann gar nicht so gross waren. Vielleicht wird es zwischendurch mal eng.

Wen oder was wirst du am meisten vermissen in der Zelle?
Den Alltag und meine Menschen.

Und was überhaupt nicht?
Auch Teile des Alltags. Das Dramatische der Welt.

Samuel Rüegg in der Wiborada-Zelle:
Samuel Rüegg aus Winterthur lebt vom 29. Mai–05. Juni 2026 in der nachgebauten Wiborada-Zelle. Das Zellenfenster öffnet er täglich von 12.30–13.30 Uhr und von 17.30–18.30 Uhr.
Um 18.30 Uhr können Sie mit dem Inklusen am Fürbittgebet für die Stadt St.Gallen teilnehmen. (Mo-Fr, So Fürbittgebet mit Handauflegung)
Einschlussritual: Freitag, 29. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Aufschlussritual: Freitag, 05. Juni 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Aktuelles
22.05.2026

​Musikalische Hommage an Wiborada


St.Galler Klosterhofquartett singt das Wiborada-Lied von Helge Burggrabe in der Galluskrypta.
Helge Burggrabe hat zum Jubiläumsjahr der heiligen Wiborada ein neues Lied komponiert. Die Aufnahme entstand mit dem St. Galler Klosterhofquartett und Gallus Media in der Galluskrypta. [mehr]
Inspiriert von Informationen über Wiborada von St.Gallen erstellte der Komponist und Flötist Helge Burggrabe mehrere kurze Texte. Diese verdichtete er immer mehr, schliesslich als Essenz zu folgendem Gebet: «Du bist da. Du bist die, die da ist. Ich schweige und höre. Du bist da.»

«Im Mittelpunkt steht die Präsenz und die Resonanzbereitschaft auf der Basis des Schweigens und Lauschens, so wie Wiborada wohl auf ihre Mitmenschen gewirkt hat», erzählt Burggrabe. Er beschreibt eine Begegnung als ein «tiefes Ankommen im Sein (Gottes)». Das Lied drücke eine Lebens- und Glaubenshaltung des Schweigens und Lauschens aus, wie sie auch in den ersten Sätzen der benediktinischen Klosterregel formuliert ist.

Mit dem Text könne Wiborada angesprochen werden, «im Sinne einer inneren, geistlichen Begleitern», zugleich und darüber hinaus Gott selbst. Helge Burggrabe zitiert aus der Begegnung Gottes mit Mose am brennenden Dornbusch, wo Gott sich offenbart als «Ich bin der, der da ist».

«Da mit Wiborada eine Frauenpersönlichkeit gewürdigt wird, die als erste Frau heilig gesprochen wurde und bislang immer noch im Schatten von männlichen Heiligen steht (was sich jetzt ändert...!), und zudem für Gott immer noch eine eher männliche Zuschreibung/Formulierung verbreitet ist, finde ich es schön, bei diesem Gebet einmal zu singen: Du bist die, die da ist». Damit solle keine neue Einseitigkeit erzeugt werden, betont Burggrabe, sondern nur eine Balance.

In anderem Kontext kann auch «Ich bin der, der da ist» oder «Ich bin das, das da ist» gesungen werden.

Klosterhofquartett singt Wiborada-Lied in der Gallus-Kapelle

Erstmals erklang das Wiborada-Lied am Jubiläumstag, dem 02. Mai, gesungen von mehr als hundert Pilgerinnen und Pilgern in der Kirche St. Mangen. Nun hat das St. Galler Klosterhofquartett eine Version in der Galluskrypta unterhalb des Hochaltares der Kathedrale St.Gallen aufgenommen.

Zu hören ist das Lied auf Youtube, die Noten dazu können auf der Website wiborada.sg heruntergeladen werden.

Über Helge Burggrabe
Helge Burggrabe ist Komponist, Flötist und Seminarleiter. Komposition von Oratorien und den HAGIOS-Friedensgesängen, Leiter des Kulturprojektes HUMAN zu den Menschenrechten. Ausgehend von der Kathedrale von Chartres seit 1996 Entwicklung einer umfangreichen Seminartätigkeit in Kirchen, Klöstern und Akademien mit dem Ziel einer lebendigen Spiritualität durch Gesang, Kontemplation und Kunst. www.burggrabe.de
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